Vertreter des Regierungspräsidiums befassen sich mit Einwendungen

Am 10. Juli fand in Rot am See der Erörterungstermin mit dem Regierungspräsidium und Vertretern der NetzeBW in Rot am See statt. Ziel der Unterstützer von „HOHENLOHE OBEN OHNE“ ist es, nach wie vor eine Freileitung auf allen Abschnitten zu verhindern.
Am Erörterungstermin selbst nahmen sich dann auch einige Aktive einen Tag frei und verbrachten bei schönstem Wetter sechs Stunden im Forum in Rot am See. Die Schutzgemeinschaft war aufgrund der Aktivitäten und Stellungnahmen extra zu diesem Termin eingeladen worden.
Die geplante 110kV Trasse ist das größte Projekt im Netzausbau in Baden-Württemberg seit 20 Jahren – dies war deutlich zu spüren: auf dem Podium saßen vier Vertreter des Regierungspräsidiums und fünf Mitarbeiter der NetzeBW. Zusätzlich waren noch viele weitere Planungsverantwortliche von NetzeBW und RP aus Stuttgart gekommen. Viele Bürgermeister, u.a. Herr Mauch und Herr Claas, betroffene Bürger, Vertreter von Organisationen und Verbänden nahmen teil. Pünktlich um 10 Uhr wurde der Termin zum Raumordnungsverfahren mit allgemeinen Erläuterungen zum Verfahren, Vorstellung des Vorhabens und Notwendigkeit des Projektes eröffnet. Im Regierungspräsidium sind 3 700 Unterschriften eingegangen (ca. 3600 von unserer Kampagne HOHENLOHE OBEN OHNE) und 50 Stellungnahmen zu dem geplanten Projekt. Diese Stellungnahmen wurden den Kategorien Mensch-Gesundheit / Landschaft-Erholung-Landschaftserleben-Touristik-Denkmäler / Tiere-Pflanzen-biologische Vielfalt / Militärische Belange / Boden-Landwirtschaft-Rohstoffe-Wasser / zugeteilt und besprochen. Zu den einzelnen Themen verlas man die Einsprüche und die NetzeBW nahm anschließend Stellung dazu. Daraufhin hatten dann alle Anwesenden die Möglichkeit, am Pult mit Mikro noch einmal nachzufragen und Stellung zu beziehen. Davon wurde sehr kompetent und engagiert Gebrauch gemacht – alle Argumente zielen auf eine Verlegung eines Erdkabels hin. Erdkabel zeigen in allen Bereichen nur Vorteile! Im Raum stand allerdings immer wieder, ob ein Kabel überhaupt benötigt wird. Hohenlohe produziert z.Zt. das Vierfache des Eigenbedarfs an Strom – bei starken Stromspitzen müssen Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Diese Spitzen könnten aber evtl. durch Alternativen vor Ort abgefangen werden – was durch eine Studie zu belegen wäre! Allerdings liegen bei der EnBW Anfragen zu Neubauten von Anlagen in Höhe von 63 Megawatt vor – 50 MW davon aus Windkraftanlagen! Der Gerabronner Panoramaweg war ein wichtiges Thema, er liegt im favorisierten Freileitungskorridor der NetzeBW. Der Widerstand der Bevölkerung gegen diese Pläne war deutlich hörbar. Ebenso beanstandet das Umweltzentrum die Pläne einer Freileitung parallel zum Brettachtal mit mehreren Tal- und Klingenquerungen. Zur Trasse F2 nördlich von Gerabronn hat die Bundeswehr aus richtfunktechnischen Gründen stärkste Widerstände, natürlich wäre ein Erdkabel kein Problem.
Insgesamt war die Veranstaltung hoch informativ und respektvoll. Die verschiedenen Argumente von RP, NetzeBW und Bürgerinnen und Bürgern wurden sachlich ausgetauscht.
Jedoch bei dem Vorschlag der NetzeBW, die Kommunen können sich ja an den Mehrkosten eines Erdkabels finanziell beteiligen, hat es dem Faß den Boden ausgeschlagen! Es ist doch einfach nur absurd, wenn die Kommunen dafür zahlen sollen, dass ihre Bürger nicht belastet und die Landschaft nicht verschandelt und zerstört wird, die Gewinne aber bei der EnBW bleiben!